Der Klassiker

Vielen freiberufliche Projektmanager rechnen ihre Dienste nach Aufwand ab. Das ist unkompliziert für beide Seiten, aber auch relativ unverbindlich.

Alternativen

Welche Alternativen, insbesondere solche mit einer erfolgsabhängigen Komponente, könnte es geben und welche Vor- und Nachteile hätten diese für beide Seiten. Ich stelle mir so etwas vor wie zum Beispiel Abrechnung nach Aufwand, zu einem reduzierten Stundensatz und der Rest erfolgsabhängig bei Projektende.

  1. PM als Festpreis
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5 Comments

  1. Erfolgsabhängige Beauftragungen für das Projektmanagement dürften sich schwierig gestalten. Dafür wird das PM zu sehr als lästiger formaler Wasserkopf, der noch dazu überflüssig ist ("Das könne wir doch auch selber...") wahrgenommen. Das einzige erfolgsabhängige Modell, dass ich mir vorstellen könnte, wäre den PM zum Generalunternehmer zu machen. Dafür kenne ich allerdings kaum Beispiele. Vielleicht könnte man einen Bauträger als so einen erfolgsabhängig beauftragten PM sehen. Es sind aber auch schon viele Bauträger pleite gegangen...

    1. Das war auch der Konsens einer Diskussion auf LinkedIn. Pikant wird das ganze, wenn man in einer Firma tätig ist in der die internen Mitarbeiter teilweise erfolgsabhängig bezahlt werden, weil es entsprechende Anreizsysteme so wollen. In deren fragwürdigem Denkmodell, geht nur derjenige, der sich (teilweise) erfolgsabhängig bezahlen lässt, ein echtes Commitment ein. 

  2. Grundsätzlich strebe ich ein solches Modell als Unternehmensberatung an. Die Frage ist, ob die Auftraggeber wirklich ein faires Modell anbieten/akzeptieren werden.

    Der bewertete Nutzen kann ja nicht die Fertigstellung eines Projektes sein sondern nur dessen wirtschaftlicher Vorteil sein. Der erste Knackpunkt ist, wie nützlich kann ein Projekt überhaupt sein. Der Projektleiter wird bei geringeren Aussichten ablehnen, Auftraggeber werden versuchen hochriskante Projekte so wie Hobbies der Firmenleitung auf diese Weise finanziell loszuwerden.

    Also kann faktisch nur ein vom Berater vorgeschlagenes Projekt erfolgsbezogen bewertet werden.

    Zweiter Knackpunkt ist, wird der Auftraggeber alle Zahlen herausrücken um den echten wirtschaftlichen Vorteil zu ermitteln?

    Dann kommt die Frage welcher Anteil des Vorteils dem Berater zusteht. Ich habe ermittelt, dass bei DAX-Konzernen im Schnitt 2/3 der Wertschöpfung an die Mitarbeiter ausgeschüttet werden, 1/3 erhält die Firma. Klar, ohne Vorteil macht es für die Firma keinen Sinn was zu starten.

    Bei diesen Zahlen können schnell erhebliche Summen zusammenkommen, angenommen das Projekt erreicht nach einem Jahr BreakEven und erwirtschaftet 1 Mio € pro Jahr, dann wären nach dieser Kalkulation schnell 660000€/Jahr fällig, aber eben auch "nichts" wenn kein wirtschaftlicher Vorteil herausspringt. Angenommen, das Projekt läuft insgesamt 6 Jahre, dann wären 3.3 Mio € fällig, der Auftraggeber hätte selbst einen Vorteil von 1.7 Mio€

    Mehr intuitiv steuere ich auf ein Modell zu dass in den 4 Jahren nach Fertigstellung jeweils 25% des wirtschaftlichen Nutzen des Jahres abrechnet. Nach diesem Modell wäre im obigen Fall insgesamt 1 Mio€ (4*250000€) fällig. Der Auftraggeber hätte selbst 4 Mio € Vorteil.

    In der Praxis werden wohl einige Auftraggeber versuchen das Modell zu ihren Gunsten auszutricksen.

    Diese Firmen gilt es zu erkennen und sich selbst zu überlassen (wink). Wirkung doppelte Aufwendung, kein Nutzen, also 2Mio € Kosten, oder so ähnlich.

    Es wird vielleicht nicht deutlich, aber mit NUR Projektleitung kann man schlecht über Erfolg reden.

    Beste Grüße

    Stefan

     

    1. Danke Stefan Bachert für Deine Gedanken. Bei einer Unternehmensberatung kann ich mir das auch schon wieder eher vorstellen. Bei reiner Projektleitung aber genauso wenig wie Du.

  3. Bislang lese ich primär von Projekten mit wirtschaftlich messbarem Erfolg.

     

    Was ist mit reinen Veränderungsprojekten, die z.B. einen Kulturwandel zum Ziel haben oder die die Einführung eines neuen Gehaltsmodells begleiten?

    Da wird die Messbarkeit ohnehin schwierig und die Erfolgsdefinition ist mit sachlichen Werten kaum zu belegen.

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