Canvas

Profil/Beschreibung

Der englische Begriff Canvas bezeichnet eine Leinwand. Populär geworden sind Canvas im Bereich der Entwicklung von Geschäftsmodellen als "eine gemeinsame Sprache zur Beschreibung, Visualisierung, Bewertung und Veränderung" durch das Buch "Business Model Generation" um das Team von Alex Osterwalder und die dazugehörige Webplattform. Hinter den Canvas verbirgt sich die Idee anhand eines vorgegebenen Rasters auf einer "Leinwand" in grafisch, visueller Form z.B. ein Geschäftsmodell zu entwickeln.Es handelt sich dabei um eine Art Mischung aus Strukturierung, Visualisierung & Storytelling.

Bereits bei Osterwalder et al. wird die Verwendung von Canvas für Projekte diskutiert.

Canvas Beispiele

Beispiele für Canvas:

openPM Canvas

Auf dem PM Camp 2012 in Dornbirn wurde die Entwicklung einer openPM-Canvas angeregt. Die Templates der openPM-Canvas stehen in verschiedenen Formaten zur Verfügung:

Vorgehen/Blueprint

Auf einem vorgegebenen inhaltlichen Raster wird eine Idee, ein Produkt oder Projekt, etc. beschrieben. Dies kann durch Post-its, Moderationskarten oder ähnliches geschehen. Die Darstellung gewinnt eine eigene (visuelle) Dynamik, da bei verschiedenen Canvas ganz unterschiedliche Schwerpunkte und Muster entstehen. Osterwalder et al. entwickeln daher in einem Canvas erst ein konkretes Design,  vergleichen Muster verschiedener Designs und thematisieren anhand dieser Designs und Muster Strategien und Prozesse.

Tool & Templates

 

In englischer Sprache

PowerpointAdobe Acrobat
Din A4 pptxDin A4 pdf

Auf Youtube gibt es ein eigenes Erklärvideo für den openPM-Canvas:

SmartPM Bluesheet

Auch aus anderen Ursprüngen heraus hat sich der Nutzen von Darstellung und Erarbeitung eines Projektüberblicks im Rahmen eines interaktiven Workshops gezeigt. Oliver Buhr hat 2008 sogenannte Bluesheets entwickelt, die in PRINCE2-Projekten eingesetzt werden. Das Modell eines Bluesheets basiert auf dem in Best-Practice Methode PRINCE2 definiertem Dokument "Projektbeschreibung". Es stellt diese als gemeinsam entwickelbares Ergebnisdokument in Form eines Posters (Canvas) dar. So gelingt es, innerhalb eines halben bis einen Tages mit den Schlüsselpersonen eines Projektes eine gemeinsame Sicht auf eine Projektidee zu entwickeln. Der Ablauf und die Gestaltung eines Workshops auf Basis des Bluesheet ist in seinem Blog-Artikel Erleben Sie Ihr blaues Projektwunder beschrieben. Mittlerweile ist das Bluesheet in einer allgemeineren Schreibweise entwickelt worden und deshalb viel leichter auch in allen nicht PRINCE2-Projekten einsetzbar.

Klick auf die Grafik zu Download. Anleitung dazu ist auch hier verfügbar.

Project Square

Auch im deutschen Online-Buchprojekt "TurnaroundPM" werden PM-Canvas thematisiert. Dort werden die folgenden Felder auf der PM-Leinwand definiert:

1.Scope
2.Key Resources
3.Target Audience
4.Key Partner
5.Budget
6.Benefit
7.Culture & Mindset

Verschiedene Entwürfe für die visuelle Darstellung dieser Felder finden sich auf einer slideshare-Präsentation. Das Ergebnis von Project Square steht unter Creative Commons Lizenz zur Verfügung.

Project Canvas (Over the Fence)

Auch der Project Canvas von Over the Fence steht unter Creative Commons Lizenz - in 5 Sprachen (http://overthefence.com.de/tools/).
Er basiert auf der Metapher einer Reise ins Unbekannte, (siehe   Erläuterung durch Karen Schmidt) und ist speziell für interdisziplinäre Teams gedacht. 

Zur Verwendung, siehe Project Canvas & die Kraft des Langsamen Denkens (PMcampRM 2017) und Artikel Der Project Canvas – wirksames Werkzeug zur Projektdefinition im ProjektMagazin.

So sah die Project Journey in Ihrer ersten Anwendung als Gameboard aus (Foto PMCampBer 2014):

Mehr zum Overthefence Project Canvas (Download Canvas und Buchkapitel): www.overthefence.com.de

Weitere Canvas für Projekte

Weitere Projekt-orientierte Canvas-Ansätze gibt es bei Roman Pichler, einem bekannten Vertreter und Autor zu agilem Projektmanagement und Scrum, mit den Product-Canvas  sowie ein Project-Canvas beschrieben von James Kalbach auf der Internetseite uxtogo. Holger Zimmermann hat einen eigenen Projektmanagement-Canvas entwickelt. 

Allgemeine Canvas

  • Template zur Business Model Generation unter freier Lizenz
  • Value-Proposition Canvas: Alexander Osterwalder erklärt auf dem Entrepreneur Summit in Berlin 2012 das Value Proposition Canvas:

    Ein Value Proposition Canvas besteht also aus zwei Teilen: rechts der Kunde (Customer Profile) und links das Werteangebot (Value Proposition). Es ist damit eine Detailaufnahme zweier Bereiche (Customer Profile und Value Proposition) aus dem bekannten Business Model Canvas von Alexander Osterwalder.

    Über den Einsatz und den Umgang mit der Value-Propsition-Canvas berichtet Alexander Osterwalder in diesem Artikel ausführlich. Dort gibt es die Value-Proposition-Canvas auch als Poster zum Download.

Tools:

  • Canvanizer - http://canvanizer.com - kolloboratives Webtool zur Erstellung von Canvas
  • Der Einsatz von Mindmapping Software zur Erstellung von Canvas wird kritisch diskutiert. Alex Osterwalder sieht den Einsatz von Mindmaps bei Canvas eher skeptisch da dabei mehr Wert auf die Strukturierung gelegt wird und die Visualisierung vernachlässigt wird. Erwin Fielt merkt an, dass ein Mindmap mit der Canvas-Struktur zwar zur Generierung von Elementen in den Canvas anregt, aber die Thematisierung der Beziehung zwischen den Elementen die in der Herausarbeitung eine "Story" visuell erfassbar wird vernachlässigt wird.

Erfahrungsberichte

Erfahrungsberichte zu Canvas zur Business Model Generation finden sich z.B. auf dem Businessmodelhub.

Auf dem PM Camp 2012 in Dornbirn berichteten Barbara Bucksch und Frank Blome vom Einsatz von Canvas für Projekte bei AutoScout24 und ProjectWizards. Während ProjectWizards die "Original"-Canvas der Business Model Generation mit der von Alex Osterwalder und Kollegen angebotenen App einsetzt und hinter der Canvas sogar konkrete Planzahlen hinterlegt, bewertet man bei AutoScout24 Produkte (z.B. die Startseite oder die Suchfunktion) in einer eigenen Adaption, dem sogenannten Value Canvas, der einfach in Powerpoint abgebildet wird. Wertvoll ist vor allem der Prozess und die Erarbeitung im Team.

Marcus Raitner berichtet in seinem Blog-Artikel Kunden und Nutzen über das Value-Proposition Canvas zur Stakeholder Analyse: 

Ein Projekt kann als ein zeitlich begrenztes Unternehmen gesehen werden. Und ein solches braucht ein Geschäftsmodell. Ein sehr schönes Modell zur strukturierten Beschreibung von Geschäftsmodellen ist das Business Model Canvas von Alexander Osterwalder. Wenngleich sicherlich nicht alle Felder der Canvas für ein Projekt in gleicher Weise wichtig sind, die Analyse der Kundengruppen (Customer Segments) und des Nutzenangebots (Value Proposition) darf in keinem Projekt fehlen. Für die Detailaufnahme dieser beiden Felder liefert Alexander Osterwalder mit der Value Proposition Canvas ein intuitives und sehr hilfreiches Werkzeug. […] 

Im Kontext von Projekten, insbesondere zu Projektbeginn, halte ich dieses Value-Proposition Canvas für eine ausgezeichnete Methode, um die wesentlichen Stakeholder zu analysieren (Job, Pain, Gain) und ihnen mit dem Projekt einen attraktiven Nutzen zu bieten. Die Stärke der Canvas-Methode liegt eindeutig in der Übersichtlichkeit und der Aufforderung zum gemeinsamen interaktiven Arbeiten daran (ganz im Gegensatz zu einer unübersichtlichen Stakeholderliste). Gerade in Workshops zur Projektinitialisierung erreicht man damit schnell einen guten ersten Einblick in die „Seele“ der Stakeholder.Anleitung Bluesheet.pdf

Ein weiterer Value Proposition Canvas mit Beispielen von Peter J Thompson.

Ermutigung zum eigenen Template im xblog von XPLANE.

Eine kritische Auseinandersetzung als Replik auf einen Beitrag des Computermalers Tim Themann gibt es auf dem schlossBlog.

Quellen

5 Suchergebnis(se) gefunden.

Profil: Christian Vogel
19. Feb 2012
Profil: Detlef Kreuz
01. Mrz 2012
Profil: Marcus Raitner
18. Feb 2012
Profil: Barbara Bucksch
29. Feb 2012
Profil: Bernhard Schloß
23. Feb 2012

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2 Kommentare

  1. Sehr schöne Vorlage!

    Ich habe mir erlaubt, die Stichwörter etwas zu ergänzen.

    Mein Vorschlag: Für den wachsenden openPM-Werkzeugkasten könnten wir diese Schlagwörter nutzen:

    "Vorlage openPM Werkzeugkasten Toolbox"

    Damit erreichen wir eine gute Durchsuchbarkeit nach diesen Begriffen, da dann alle spezifischen Werkzeuge mit aufpoppen.

  2. Danke für den openPM-Canvas, den ich mit meinen Studentinnen nutzen werde.

    Ich habe eine Ermutigung zum eigenen Canvas ergänzt und einen alternativen Value Prop. C.

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