Wir diskutierten Gefangenendilemmasituationen in Projekten. Als Einstieg versteigerte ich 90 Deutsche Mark, die ich in irgend einem alten Schuhkarton gefunden habe und nie umtauschte. Sie haben einen Gegenwert von ca. 46 Euro, zu dem sie in jeder Filiale der Deutschen Bank eingetauscht werden können.

Die Steigerungsregeln waren:

  • Erstes Gebot darf 5 Euro nicht unterschreiten
  • Gebote erhöhen sich in mindestens 1 Euro Schritt
  • Das höchste Angebot erhält den Zuschlag
  • Das zweithöchste Angebot muss ohne Gegenleistung ebenfalls bezahlt werden

Die Übung nennt sich „Dollaraukition“ und stammt von Martin Shubik.

 

Glücklicherweise übernahm einer das erste Angebot von 5 Euro, worauf eine Teilnehmerin 6 Euro bot. Damit hat derjenige, der 5 Euro geboten hat das Risiko, dass er diese verliert und bietet selbstverständlich 7 Euro. Die beiden steigern sich hoch.

Stehen die beiden Angebote von 22 und 23 Euro im Raum, hätte ich den Wert der 90 Euro rausgeschlagen, derjenige, der 23 Euro bietet hätte ungefähr diesen Betrag gewonnen und der zweitbietende 22 Euro verloren.

In diesem Fall würde der zweitbietende gut daran tun, sein Angebot auf 24 Euro zu erhöhen. Das ginge so weiter, über 45 Euro hinaus, bis einer Partei die finanzielle Kraft ausginge.

Soweit ist es nicht gekommen. Wir haben bei 12 und 13 Euro abgebrochen. Der Schuldnerin der 12 Euro habe ich 10 Erlassen, der Sieger hat die 90 Mark mit der Verliererin geteilt.

Auch hier wäre die Verhandlung die Lösung. Hätten sich die beiden darauf geeinigt, 5 und 6 Euro anzubieten und die 90 Mark zu teilen, dann hätten beide den grössten Nutzen gehabt.

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