..work in Progress.

Kreativprojektmanagement kommt vor allem in Werbe-, Design- und Marketingagenturen zur Geltung. Projekte in diesem Rahmen wären komplexe internationalen Werbekampagnen, Corporate Identity oder Corporate Design Prozesse, Gestaltung von Publikationen (Katalogproduktionen, Magzinproduktionen). Weiterhin gibt es eine Vielzahl an kleineren Aufträgen ("Jobs") abzuarbeiten, die sehr kurzfristig in den laufenden Betrieb eingebaut werden müssen.

Typischerweise gibt es folgende Phasen eines Kreativprojektes

Exploration:

Produktionsvorbereitung:

Produktion:

  • Produktion: Programmierung, Audio & Video, Fotoshooting, Druck

Der Teil Produktion ist nicht Teil des Projektes, sondern Abwicklung und unterliegt i.d.R. auch nicht mehr der Verantwortung des Projektleiters, sondern des Produktionsmanagers.

Folgende Unterschiede können zum Erfahrungshorizont des "klassichen PM "abgegrenzt" werden:

Exploration:

  • Kreative Aufgaben können zu Beginn des Projektes nur unzureichend über eine klare und scharfe Planung abgebildet werden und führen auch im Laufe des Prozesses zu Änderungen im Scope.
  • Teamführung, Teamstruktur und Kundenberatung spielen eine wichtige Rolle. Wechselnde Zusammensetzungen des Projektteams zwischen Exploration und Produktionsvorbereitung.

Produktionsvorbereitung:

  • Das Kundeninvolvement ist hoch, bis dahin, dass alle einzelnen Deliverables vom Kunden in verschienden Vorabstati begutachtet, korrigiert und freigegeben werden müssen. Die gilt für alle oben beschriebenen Phasen ab Konzept.
  • Die Einbindung externer Partner ist die Regel (Lettershop, Druckereien, Lektorat, Mediaagenturen, eMail Versender, Filmstudios, Fotografen)

Herausforderungen:

  • Planung und Kostenschätzung (Unschärfefaktoren)
  • Kundeninvolvement
  • Mangement von Kreativität; z.B. Raum für kreatives agieren (Z.B. neue Projektinhalte (Deliverables) im Laufe des Projektes)

Weiterführende Hinweise: 

Dass Kreativprojektmanagement auch durchaus "klassisch" gesehen werden kann zeigt Holger Zimmermann in seinem Buch Projektmanagement im Verlag (siehe Literaturliste).

In seinem persönlichen Bereich hier im Wiki hat Jahn Schlosser einen eigenen Definitionsversuch für Kreativprojektmanagement angelegt.

Ebenfalls ein interessanter Ansatz, der den kreativen Prozess in den Mittelpunkt stellt ist Design Thinking. Auf openPM gibt es hierzu bislang nur eine Sessiondoku vom PM Camp Rhein-Main.

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13 Comments

  1. Das von dir beschriebene Modell ist für mich eher ein Geschäftsprozessmodell als eine Projektmethodik.

    Darüber hinaus besteht die Gefahr des inflationären Gebrauchs des Projektbegriffs für jegliche Form des Auftrags. Dies wird dem Projektbegriff leider nicht immer gerecht. In vielen Unternehmen wird jeder Auftrag gleich als Projekt bezeichnet. Nehmen wir das Beispiel einer Druckerei: Jeden Druckauftrag als Projekt zu behandeln ist überzogen. Zu einem Projekt gehören auch noch andere Attribute, wie Komplexität, Neuartigkeit, etc. (siehe Projektdefinition). Natürlich kann ich auch PM-Methoden in der Auftragsverarbeitung sinnvoll einsetzen, aber sicher nur punktuell und mit Maß und Ziel.

    1. Die Gefahr der Projektinflation sehe ich schon auch. Dennoch kann ich mir gerade bei großen Aufträgen in Agenturen sehr gut vorstellen, dass das Projektcharakter hat. Und ich kann mir vorstellen, dass diese Kreativprojekte spezifische Anforderungen an das Projektmanagement stellen. Insbesondere der Aspekt wie man Kreativität managen kann würde mich interessieren, weil ich glaube, dass auch in vielen anderen Projekten Kreativität gebraucht wird, wenn auch nicht so explizit wie hier.

  2. Etwas schlagwortartig würde ich hier formulieren:

    Jedes Projekt braucht einen Auftrag, aber nicht jeder Auftrag braucht ein Projekt.

  3. Ich knabbere noch etwas an der Frage "wie kann ich Kreativität managen?". Ich denke, dass kreative Lösungen (eigentlich wohl eher Lösungswege) im Projekt-Ablauf noch anders zu "managen" sind, als wenn es um die oben beschriebenen Agentur-Aufträge geht. Ansonsten fallen mir nur die übliche "Kreativitätstechniken" ein, verbunden mit den Phasen "Generieren/Sammeln", "Prüfen/Auswerten", "Entscheiden/Auswählen".

    Sehr hilfreich finde ich die Baum-Techniken (Deduktiver Baum, Hypothesen-Baum, Fragen-Baum), mit denen die jeweilige Problemstellung systematisch und vollständig erfasst und bis zur sinnvollen Lösung oder zu testenden Optionen verfolgt werden kann.

  4. Hallo zusammen,

    gerne äußer ich mich auch dazu. Vielleicht hab ich es missverständlich formuliert.

    Eine Werbekampagne beispielsweise ist eine einmalige Aktion mit einer begrenzten Laufzeit von z.B. 6 Monaten. Das Budget ist sechs- oder siebenstellig. Es sind oft fünf oder mehr externe Firmen involviert und eine nicht zu unterschätzende Anzahl an Ressouren innerhalb einer Agentur. Solche Aufträge qualifizieren meiner Ansicht nach auf jeden Fall als Projekt. 

    Die Gestaltung einer Visitenkarte dagegen, oder das kleine Webebüro mit 6 Leuten dagegen arbeitet eindeutig Aufträge ab. In Agenturen spricht man hier normalerweise von "Jobs".

    Im ersteren Fall gibt es in den großen Agenturen zahlreiche, (i.d.R. nicht als solche ausgebildete) Projektmanager, die diese Projekte steuern. Dazu gibt es in der Branche aus meiner Erfahrung heraus wenig gute Best Practice Beispiele. Z.B. scheitern zahlreiche Unternehmen bereits an einer sinnvollen Ressourcenplanung bzw. produzieren gigantische Overheads. Der Umgang mit der methodischen "Produktion" von Kreativität ist natürlich sehr gut, aber führt in der Konsequenz oft zu Problemen in den Folgephasen etc...

    Ob das als eigener Projektgegenstand reicht, mögt ihr beurteilen. Vieleicht auch an einem anderen Plaz, wo man rege dikutieren kann.

    Pascal

     

     

    1. Ich sehe das, wie gesagt, schon als eigenen Projektgegenstand. Vielleicht können wir gerade hier viel voneinander lernen: einerseits die „Produktion“ von Kreativität in andere auf den ersten Blick nicht ganz so kreative Projekte übertragen und andererseits das etwas stringentere Controlling und Ressourcenplanung zurück auf die Kreativprojekte.

  5. Ich bin mir noch nicht ganz sicher, ob die Einmaligkeit DIESER Werbekampagne ausreicht, um das ganze als Projekt zu bezeichnen. Sicherlich ist bei dem Budget eine sorgfältige Steuerung erforderlich, damit der Kunde hinterher auch den Erfolg der Kampagne erfährt. Und die Kampagne wird nicht noch einmal in genau dieser Form wiederholt. Auf der anderen Seite gibt es doch hier auch Erfahrungswerte, wie die Plakate, Kino-/Fernseh-/Radiospots, Messe- und Flyeraktionen, Zeitschriften- und Internetwerbung jeweils einzeln organisiert und aufeinander abgestimmt werden müssen.

    Ob etwas einmalig ist, hängt sicher auch von der Seite ab, von der aus man die Sache betrachtet. Möglich ist z.B., dass etwas für den konkreten Kunden neu ist, für die Agentur aber bekanntes Geschäft (deswegen gehe ich ja zu der Agentur (wink) ).

    Den Hinweis "Der Umgang mit der methodischen "Produktion" von Kreativität ist natürlich sehr gut, aber führt in der Konsequenz oft zu Problemen in den Folgephasen etc..." finde ich sehr wichtig als Anstoß für weitere Verbesserungen.

    Ungeachtet dessen sehe ich  - wie Marcus auch - , das Thema grundsätzlich sehr wohl als eigenen Projektgegenstand mit viel gegenseitigem Lernpotenzial.

  6. Hello again,

    na was habe ich denn da losgetreten (smile)

    Tatsächlich sind  "Kreativitätstechniken" Methoden um kreative Ergebnisse mit Sicherheit zu erzeugen. Da gibt es eine ganze Menge an Methoden und Werkzeigen, die über das klassische Brainstorming hinaus gehen. Dies ist sicherlich eine der Kernkompetenzen der Agenturen. Das Management dieser Methoden und Ergebnisse ist dann noch eine darüber liegende Ebene. Hier reden wir von kontinuierlicher Rückkoppelung, Testszenarien (mit Marktforschung z.B.) etc.. Ich glaube das der PM Werkzeugkasten hier einiges an Lösungen fertig in der Tasche hat, die aber noch in der Branche unbekannt sind, da auch hier viele Fachfremde (wie ich) am Werk sind. Da könnte OpenPM z.B. wertvolle Hilfe bieten. Ob das an dieser Stelle oder einer anderen passiert, überlasse ich gerne euch..(wink)

    Das Agenturen Erfahrungen mit Flyern und Plakaten haben, möchte ich auch nicht in Abrede stellen. Wobei diese Enzelmedien nur das sichtbare Ergebnis eines längeren Prozesses sind - und auch ein Programmierer muss nicht jedesmal C++ neu lernen, oder?

    Grüße

    Pascal

    1. Mit dem Argument, dass Agenturen ihr Geld ja mit Werbekampagnen verdienen und daher Expertise darin haben und daher die einzelne Werbekampagne nicht mehr einzigartig genug ist um ein Projekt zu sein, kann ich auch jedes IT-Projekt bei einem IT-Dienstleister zur Standardlinienaufgabe umdeklarieren. Ich denke schon, dass jede Kampagne ausreichender Größe rechtfertigt als Projekt gesehen zu werden. 

      Ich wäre sowohl an den Kreativitätstechniken (unter Methoden & Werkzeuge) interessiert als auch und nicht zuletzt am Management eines solchen Kreativ-Prozesses. Daraus glaube ich können wir auch viel für andere Projekte lernen.

  7. Diskussion natürlich gerne hier (wink).

    Werkzeuge sind bei OpenPM ja schon zahlreich beschrieben und/oder diskutiert. Verstehe ich das richtig, dass es also im Zusammenhang mit den oben beschriebenen Randbedingungen um folgende Fragen geht?

    a) Welche Werkzeuge könnten in welcher der o.g. Phasen bzw. phasenübergreifend Sinn machen oder wie sind sie konkret anzuwenden?

    b) Welche Fragestellungen/Herausforderungen bestehen, für die hier noch keine Werkzeuge bekannt sind?

    1. Wie oben erwähnt, würde mich auch die Fragestellung interessieren, ob und wie ein solcher Kreativprozess gemanaged bzw. geführt werden kann und muss. 

  8. An Tobias Hahn: Genau darum geht es.

    An Marcus Raitner: Das ist auch eine interessante Fragestellung, zu der ich Erfahrungswerte beitragen könnte.

  9. Ich werde obiges mal am Wochenende in Ruhe überarbeiten.

    Grüße

    Pascal

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