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Brauchen wir ein Bruttoprojektglück!?

These

Brauchen wir ein Bruttoprojektglück!?

Hintergrund

Jigme Singye Wangchuck König von Bhutan prägte 1979 den Begriff des Bruttonationalglücks (BNG). Es handelt sich dabei um den Versuch, den Lebensstandard nicht nur in monetärer, sondern in breit gestreuter, d.h. z.B. in humanistischer und psychologischer Weise zu definieren und somit dem herkömmlichen Bruttonationaleinkommen, einen nachhaltigen sowie ganzheitlicheren Bezugsrahmen gegen überzustellen.

Neben den heiligen Kühen “Kosten, Terminen und Qualitäten” sollte auch das Thema Projektglück eine Rolle im Projektgeschäft einnehmen! Es ist wohl unbestritten, dass glücklichere Menschen, d.h. auch glücklichere Projektmitglieder eine bessere und stetigere Arbeit erbringen. Studien haben gezeigt, dass glückliche Menschen häufig kreativer und produktiver sind. Glücklich bei der Arbeit zu sein beschert also nicht nur dem Mitarbeiter angenehme Gefühle, sondern nutzt auch dem Unternehmen.“ 

Folgende fünf Strategien lassen sich dabei ableiten, um glücklicher im Projekt zu arbeiten:

1. Dankbarkeit ausdrücken

2. Gute Nachrichten teilen

3. Anderen helfen

4. Sich körperlich betätigen

5. Den Geist kultivieren Vgl. Harvard Buisiness Manager,

Was genau macht z.B. Projektarbeiter glücklich und zufrieden? Die GPM hat in Ihrer artverwandten Studie herausgearbeitet, dass den befragten Projektleitern Kompetenz wichtiger ist als Karriere. Die Ressource Information wird als wichtiger als finanzielle Ressourcen angesehen. Für die im Projekt auftretenden Belastungen erwarten die Befragten Anerkennung, ein angenehmes Arbeitsumfeld und eine Unternehmenskultur, die zu den eigenen Werten passt. In Projekten wird so viel gemessen, aber das Glück der Projektarbeiter und Stakeholder nicht. Irgendwie erinnert mich das an einen übergewichtigen Radfahrer, welcher viele 1000 € für sein Carbon Rad ausgibt, anstatt selbst einige Kilo abzunehmen. Führt man das Thema gedanklich fort und orientiert sich dabei am Bruttonationalglück, so lauten die vier Säulen dessen wie folgt:

  • die Förderung einer sozial gerechten Gesellschafts- und
  • Wirtschaftsentwicklung,
  • Bewahrung und Förderung kultureller Werte,
  • Schutz der Umwelt und
  • gute Regierungs- und Verwaltungsstrukturen.

 Versucht man dies nun auf das Bruttoprojektglück anzuwenden, könnten die vier Säulen wie folgt aussehen: 

  • Förderung einer sozial gerechten und demokratischen Projektentwicklung (bei öffentlichen Projekten)
  • Etablierung und Förderung von normativen Werten bei der Projektumsetzung
  • Balance zwischen Projektarbeit und Privatleben
  • Schutz der Umwelt und (Vgl. Biokybernetik)
  • gute Geschäfts- und Projektstrukturen (Etablierung von systemischem und kooperativen Management, d.h. z.B., viele Managen, Selbstorganisation, tit for tat Strategie)

Es bleibt allerdings fraglich, ob dieses aus meiner Sicht wichtige Thema in der Mitte der Projektarbeit ankommt!?

Weiterführende Informationen

Vgl. Wirtschaftspsychologie Aktuell,

Vgl. Harvard Buisiness Manager,

Vgl. http://www.k-bpm.de/allgemein/brauchen-wir-ein-bruttoprojektgluck/

Vgl. http://www.welt.de/wirtschaft/article110580815/Feel-good-Manager-locken-neue-Kollegen-mit-Events.html

 

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8 Kommentare

  1. Ein interessanter Gedanke. Spontan und ganz idealistisch würde ich antworten: Ja, das brauchen wir. In der realen Welt sind wir von solchen Luxusforderungen aber doch ganz, ganz weit entfernt, oder sehe ich das falsch? 

  2. und wenn's in erster Form "nur" in der Darstellung des Gesundheitszustandes des Teams ausdrückt ...in Krankheitstagen nach Meilensteinterminen (und den davor aufgelaufenene Überstunden)......

  3. Gute Idee! 

    Ich denke die Diskussion ist wichtig. Wir feilen an den PM Methoden, versuchen sie immer ausgereifter zu gestalten. Starten Initiativen um das Projekt in den Mittelpunkt zu stellen, vergessen dabei aber, dass es sich bei Projekten nicht um technische Systeme sondern um soziale System handelt. Wann beginnt man den Mensch im Projekt in den Mittelpunkt zu stellen? 

    1. Ich finde ein "Bruttoprojektglück" spontan eine richtig gute Idee!

      Meine ersten wertfreien Gedanken/Fragen: Ist das Empfinden von Glück nicht zu jedem Zeitpunkt hochgradig individuell und kann sich von einem Zeitpunkt zum nächsten extrem ändern? Also eine höchst volatiler Index? Gut, die Frage ist worauf das Bruttoprojektglück sich bezieht.

      Die Einbeziehung von Werten wir Krankenstand, Überstunden sind ein erster Ansatz (Reiner Schindler). Könnte man Feedback aus einer Kudobox einbeziehen? Oder entsteht da zuviel manueller Aufwand? Gibt es "Chefs", die die Einführung eines solchen Kennwert billigen/unterstützen und vlt. sogar fördern? Letztendlich ist es ja richtig, glückliche Mitarbeiter werden bessere Ergebnisse erbringen. 

      Unter Umständen verfälscht sich der Wert, wenn Projektmitarbeiter auch in anderen Projekten arbeiten und Ihr "Unglück" mitbringen in andere Projekte. Daher wäre es vlt. besser so das BPG eher übergreifend zu erfassen und transparent zu veröffentlichen? Und auch Feedback einfordern, wo etwas das BPG negativ beeinträchtigt. Ich glaube ja, dass je mehr die Mitarbeiter einbezogen werden und ihnen Freiraum gegeben wird eine Arbeitsumgebung zu gestalten, die sehr gute Ergebnisse ermöglicht, auch die Ergebnisse sich verbessern. Glücksverordnungen von oben, oder Detailentscheidungen über die konkrete Arbeitsumgebung in einem (Projekt-)team funktionieren heutzutage doch immer weniger (zum Glück?).

       

      1. Ja Glück ist hochgradig subjektiv. Ein Meridian läßt sich im Bereich der 

        fünf Strategien sicherlich finden:

        1. Dankbarkeit ausdrücken

        2. Gute Nachrichten teilen

        3. Anderen helfen

        4. Sich körperlich betätigen

        5. Den Geist kultivieren

        Ob Vorgesetzte das fördern ist eine wichtige Frage, auf jeden Fall sollten das die Vorgesetzten von morgen tun und die Mitarbeiter sollten es einfordern. 

  4. Enttäuscht über die Sackgassen Diskussion! Methoden sind wohl wichtiger als Menschen! 

  5. Blöde Frage: Bezieht sich Bruttoprojektglück auf das einzelne Projekt oder auf die gesamte Organisation, die im Saldo über alle ihre Projekte "glücklich" sein kann?

  6. Keine Blöde Frage! Ich finde den Ansatz gut, den wenn alle Projekte oder noch weiter geführt, alle OE´s glücklich sind, ist auch das Unternehmen in seiner Summe glücklich.

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