Führung ohne Positionsmacht - Servant Leadership als Weg zum (Projekt)ziel?

Führungsbegriff für die Session:

  • (allgegenwärtige) soziale Interaktion und intendierte Verhaltensbeeinflussung

Zwei Pole:

  • Führung ist verordnet / formal leader
    • systembedingtes Top-Down ("in größeren Unternehmen suchen wir uns nicht Führungspersonen aus, sondern Tätigkeitsfelder" deren "Vor-gesetzt(e)" meist nicht unmittelbar bekannt sind bzw. kennen gelernt werden können)
  • Führung wird gesucht / informal leader
    • in kleineren Unternehmen hohe Schnittmenge zw. Unternehmen und Führung (-> ggf. erwünschtes Top-Down wenn Unternehmensziele zum Selbstbild passen oder Fremdantrieb generell präferiert wird)
    • in größeren Unternehmen ggf auch als Team-Strategie (Bottom-Up/"managing the boss"/Abteilungswechsel)
    • Expertenmacht ("Graue Eminenzen")

Zwischen den Polen:

  • Selbst(organisation/führung)

Von Pol zu Pol Führung durch:

  • Eigenschaften
    • "Big5" z.B. Extraversion (Begeisterungsfähigkeit,Aktivität),Offenheit/Experimentierfreude, ...
    • Menschenbilder, z.B. McGregors X-Y-Theorie
    • Charisma Konzept (C)
  • Verhalten
  • Situation
  • H.ybride Formen
    • H = C * (A*B*V) * S

Formal Leader fokussieren:Servant Leader fokussieren:
SystemeMenschen
StrukturBeziehungen
ProzesseVisionen

Ergebnisse

Was+Warum
ControllingSpielräume 

 

  • Keine klare Verschiebung von struktureller Macht hin zu kulturellen und persönlichen Einflussfaktoren erkennbar
  • Beispiel: situationsspez. Einigung auf die Verwendung (bestimmter) Artefakte und Zeremonien zur wirksamen Scrum-Durchführung mit Split der klass. Führungsrolle auf Product Owner, Scrum Master und (Entwicklungs)Team
  • Somit insb. in agilen Kontexten Rivival der gesuchten Führung und gleichzeitiger Fokus/Anspruch auf Selbstführung
     

Problem von Positionsmacht:

  • kann verordnet/erkauft/gegeben/genommen/verloren werden)


 

Kompensation durch Autorität(smacht) und Expertise:

  • Katalysator: sozialisiertes Machtmotiv (Streben nach Einfluss für das Team nicht für sich allein)
  • Eigenschaften: selbstlos, freundlich, geduldig, aufrichtig, fachkundig, committed

Diskussionsaspekt:
"Prozess- und Strukturgenauigkeit vs. Facilitation for Excellence - Zielkonflikt für Scrum Master und Servant Leader?" (ergebnisoffen)

  • "Erkennen der individuellen Bedürfnisse ist Kernaspekt für motivgerechtes Engagement"
  • "manche Leute brauchen Rahmen"
  • "manche im Team brauchen "freundliche Pushes" um das Beste aus sich herauszuholen, so ein Push braucht auch mal Positionsmacht"
  • "nicht jeder kann (immer) jeden gut riechen"
  • "erwisch sie, wenn sie gut sind"
  • "jeder ist so gut, wie er in dem Moment sein kann. Handlungsoptionen aus dem Team heraus ohne Command-n-Control"
  • "Führung durch transparentes Verhalten aller statt Einflussversuche auf Motivation"

Zwischenfazit:

Auch oder gerade ohne Positionsmacht können/sollten Servant Leader zur Beförderung der Zielerreichung verdeutlichen, dass  - und wie - die individuellen Bedürfnisse jedes Projektbeteiligten über sein Engagement im jew. Projekt erfüllbar sind. Des Weiteren ist dabei u.U. die Einsicht anzuregen, dass Wunsch nicht synonym zu Bedürfnis (z.B. Maslows Bedürfnispyramide, Aldefers ERG-Theorie) ist.

"Slaves do what others want, servants do what others need." - James C. Hunter (The Servant - S. 65)

Gelingt diese Sinnstiftung resultieren Vertrauen und Folgebereitschaft - auch in holprigen Projektlagen - sowie (bessere) Zielerreichung - und zwar aus eigenem Antrieb.

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