Earned Value Analysis (EVA)

Earned Value Analyse

Die Earned Value Analyse (EVA), die man auf Deutsch am besten mit Fortschrittskontrolle übersetzen könnte, ist ein in Deutschland an sich wenig angewendetes Controlling Verfahren.

Was ist nun die EVA, was kann damit überwacht werden und was sagen die aus dieser Controlling-Methode ermittelten Zahlen aus?

Einfach gesagt, ist die EVA eine Methode, das Controlling der Realität gegen einen Plan zu vergleichen, zu schauen, ob das, was ich als Ergebnis erwartet habe, ich zu diesen Kosten und in dem Zeitrahmen auch erhalten habe. Des Weiteren kann ich variabel die Ergebnisse in die Zukunft – also den weiteren Verlauf eines Projektes – projizieren und Trends ermitteln für die jeweiligen Zweige einer Workbreakdown Structure (WBS) / Projekt Struktur Plan (PSP) und das Gesamt-Projekt. Variabel meint in diesem Fall, dass ich die Ergebnisse im Generellen auf die Zukunft prognostizieren oder bei Abweichungen von einem einmaligen Ereignis ausgehen kann.

Die EVA kommt vor allem mit einem Set an Kennzahlen. Diese müssen aber verstanden werden, wie sie entstehen, woher sie kommen und sehr entscheidend: Was sie aussagen!

Voraussetzungen

Voraussetzungen für den Einsatz der EVA sind:

  • ein realistischer Basisplan als Baseline
  • ein sauberes Anforderungsmanagement
  • Fortschreibung des Plans auf Basis des Anforderungsmanagements
  • eine zeitnahe, dem realen Aufwand entsprechende Aufwandserfassung
Nur wenn diese Voraussetzungen erfüllt sind, sind die Kennzahlen der EVA aussagekräftig.

 

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3 Kommentare

  1. Servus Jens,

    ich muss dir hier recht geben, was die mangelnde Anwendung der EVA angeht. In dem Unternehmen, indem ich meine Projektarbeit schreibe, wendet sie kaum jemand an. Auf meine Nachfrage bzgl. der EVA waren alle erschrocken darüber und meinten "Was willst du denn mit der?". Ich persönlich finde sie jedoch für die grafische Darstellung eines Trends bzw. Kostendarstellung und Fertigstellungsgrad zum Stichtag sehr gut. Ich führe im Rahmen meiner Weiterbildung zum IT-Projektleiter zwar erst mein erstes Projekt durch aber muss sagen, dass die EVA für mich, wie von dir beschrieben, ein einfach zu handhabendes Mittel zur Darstellung ist, um den EV und die AC sowie einen Trend dem Lenkausschuss, dem Kunden und dem Auftraggeber zu präsentieren. Mir persönlich ist es auch immer wichtig "Bilder" anstatt Text sprechen zu lassen und somit bin ich auch ein großer Freund von grafischen Darstellungen.

    Ich musste mich zwar erst mit den ganzen in der Theorie vermittelten Werten auseinandersetzen, da es schwer für mich war mir bildlich darunter was vorzustellen, bin jedoch jetzt recht fit mit dem Umgang damit.

    Ich möchte euch allen Herzlich für eure Informationen und Erfahrungen auf openPM danken, da es für mich dadurch um ein vielfaches einfacher wurde mir Informationen, die über den Theorieteil meiner Weiterbildung hinausgehen, zu sammeln.

    P.S.: Ich bin um jedes Tool, jeden Tipp, jede Erfahrung und allgemein jeden Input froh, den ich für eine Erweiterung meines sehr jungen wissens im PM erlange. (Zwinkern)

    Viele Grüße

    Dominik

    1. Hallo Dominik,

      ich bin kein Fan der EVA. Die Grundannahme, dass mit dem Projektfortschritt bereits etwas erreicht ist, halte ich für fatal: Es gibt genug Projekte die auch bei 90%iger Umsetzung keinerlei Nutzen gestiftet haben, denn wenn der Projektgegenstand nicht nutzbar ist (und das kann auch an dem letzten fehlenden Prozent liegen), dann steht 0 Nutzen immer noch der gesamt Projektaufwand gegenüber. Die Gefahr der selbstgefälligen Überschätzung dessen, was geleistet wurde, ist demnach systemimmanent. Projektnutzen ist mitunter nicht skalierbar, sondern digital.

      Ich will die EVA aber auch nicht verdammen. Letztlich sind es immer die Fragen:

      • Was messe ich?
      • Bildet das gemessene tatsächlich mein Ziel richtig ab?
      • Und was ist noch zu tun? (eben im Gegensatz zu der Frage, was ich schon erreicht habe)

      Gruß

      Bernhard

  2. Hallo Bernd,

    ich gebe auch dir Recht, in dem du sagst dass der Nutzen eines Projektes erst nach Fertigstellung (100%) vorliegt.

    Jedoch bin ich auch der Meinung, dass mir die EVA nicht den Nutzen des Projektes aufzeigt, sondern den Fertigstellungswert im Verhältnis zu den IST- & Plankosten.

    Dass ich den Nutzen des Projektes nur digital messen kann ist meiner Meinung nach völlig richtig, jedoch kann ich den Fortschritt des Projektes Controllen und ggf. schon im Voraus Maßnahmen einleiten um z.B. weiteres Budget zu beantragen oder einen Trend abgeben, um Aussagen zum Fertigstellungszeitpunkt zu treffen.

    Nun zu deinen Fragen:

    • Was messe ich?

    Ich messe das Verhältnis von IST-, Plankosten und Fertigstellungswert.

    und mit Hilfe dieser Werte, kann ich sehen ob wir kosten- und zeittechnisch im geplanten Rahmen liegen.

    •  Bildet das gemessene tatsächlich mein Ziel richtig ab?

    Naja es kommt darauf an, was ich für ein Ziel habe.

    Es sind ja so in der Theorie die Ziele immer SMART definiert, sprich auch messbar.

    Somit kann ich die Ziele immer mit gewissem Aufwand / gewissen Kosten versehen.

    Und nun kann ich ja am Stichtag, sehen, wie weit ich geplant habe zu sein und wie weit ich wirklich bin (kosten-/zeittechnisch).

    • Und was ist noch zu tun?

    Ich persönlich habe mir diese Frage mit Hilfe eines PSP mit einen Gantt-Diagramm beantwortet, um einen Überblick über die einzelnen Arbeiten/Aufwände zu haben.

    So kann ich auch überblicken, was noch zu tun ist.

    Das kann ich mit der EVA alleine nicht abbilden. Da muss ich dir mal wieder recht geben. (Zwinkern)

     

     

    Gruß

    Dominik

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